Monday, September 15, 2008

Spot on Jiddischkeit: Teil 2

Das war ein Sonntag in Wien wie noch nie erlebt! Dieses Festival war eigentlich Spitze! Heute ging's um 16 Uhr los mit Kinderliedern in verschieden Sprachen, Jiddisch auch,

Hulyet, hulyet, kinderlach
Kol zman ir zent ying
Veil fun friling biz tsum vinter
Iz a katzen spring

...von Timna Brauer und Elias Meiri. Dann um 17 Uhr habe ich das Amber Trio Jerusalem gehört. Sie haben 2 Stücke klassischer Musik gespielt, davon eines von Yehezkel Braun. Dann, um 18 Uhr, habe ich den Yaron Hermann, einen Pianisten aus Tel Aviv, gesehen. Der is großartig! Er spürt die Musik sehr intensiv und sein Gesicht ist voll davon geprägt. Seine Züge, sein Atem, die Bewegungen... das ganze Körper bricht durch die Kraft der Musik aus! Die Impro ist auch voll dabei und der Künstler wirkt fast wie in einem Amok. Also ja, voll beeindruckt war ich da. Nachher hat das Acoustic Project von Idan Raichel gespielt. Ein bißchen ähnlich wie Boom Pam gestern, sie spielen auch Musik aus den möglichst verschiedenen Quellen und Einflüssen, dazu haben zwei Sängerinnen toll mitgemacht.


Nachher um 20 Uhr 30 gab es ein Kantorenkonzert mit Liedern aus den Gebeten, gesungen vom Oberkantor der Synagoge in der Seitenstettengasse. Das war auch schön und interessant. Am Ende der Aufführung haben sie ein Lied Shalom für Israel und die ganze Welt gesungen. Eindrucksvoll!... Das ist aber noch nicht fertig! Ich war ja fleißig dran! Um 22 Uhr hat David Krakauer und sein Trio gespielt. Die sind ja großartig !!!
Zum Schluß war es auch voll lustig. Der DJ Adam - Edek Bartz - war ab 23 Uhr da open end. Leider war fast niemand da - wegen Sonntag Abend + Wien (das sage ich nicht, das hat ein Österreicher, a Werner sogar, selber gesagt :-)... aber das Personal vom Konzerthaus war da und hat wirklich alles dran gesetzt! Genau sowie für die Organisation des Festivals. Das war einfach super und bereichernd! Shalom al Israel!
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Sunday, September 14, 2008

Spot on Jiddischkeit

Wow wow wow, gestern war ich im ersten Teil vom Festival Spot on Jiddischkeit !!! Das war großartig! Eine tolle Ouvertüre mit der Klezmer-Darbietung vom Giora Feidman Trio. Hava Nagila natürlich war dabei uvm.
Alle Künstler trugen die Stimme des Shaloms Israels und gefühlsreich war es am Ende des ersten Konzertes: das letzte Lied war den drei Kindern Feidmans gewidmet, die abdienen und jeden Tag ihr Leben riskieren. "Wir Israelis und Palenstinenser wollen in Friede und zusammen leben", hat er uns zugesichert. "Es sind nur wenige korrupten Menschen, die die Situation antreiben. Es ist wichtig für unsere Kinder, damit wir sie auch gut erziehen können, dass wir eine Lösung finden und in Friede leben." Nach dem letzten Lied hat das Publikum still den Großen Saal verlassen. Emotion.

Die Chava Alberstein war auch dabei. Sie hat uns schöne Lieder gesungen, eines davon hat sie dem Yitzhak Rabin gewidmet und dazu gesagt: "the dream of peace is still alive".


Nach Mitternacht haben wir uns die letzte Gruppe angeschaut: Boom Pam. Das war eine Mischung aus den verschiedensten Musikquellen... arabisch, jüdisch, Klezmer, Rock... toll !
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Tuesday, September 09, 2008

Juden auf Wanderschaft

"Der Weg der neuen Bildung geht
Von Humanität
Durch Nationalität
Zur Bestialität"

Das sagte Grillparzer. Und jetzt, dass ich "Juden auf Wanderschaft" von Joseph Roth gelesen habe, denke ich mir, die westliche Weltanschauung sei ein riesiger Blödsinn! Warum? Weshalb? Nenn mir mal die Gründe (wie der Wartke es sagt :-). Tja, die Menschen werden dazu ermuntert, sich auf ein Land zu identifizieren, während es eigentlich nicht notwendig ist, und wie ein kreiertes Bedürfnis auf uns wirkt. Wenn die österreichisch-ungarische Monarchie so lange hielt, war es eigentlich nur, weil die verschiedenen Völker im Osten lange keinen Sinn für das Vaterland äußerten, und ihnen war es also egal, an welchem Land sie gehörten, solange sie als Volk existieren durften. Das ist zum Beispiel der Fall der Juden gewesen, bis sie Israel neu besiedelt haben.

Joseph Roth ist der Meinung, daß ein Land nur Hemmnisse schafft. Er kritisiert die westliche Weltanschauung und bringt einen neuen Verstand von der Weltgeschichte. Sicher ein Lesetipp für Jiddischkeitsliebhaber !

Also ja...

Von Humanität
Durch Nationalität
Zur Bestialität

Der Grillparzer war weder patschert noch patzert; er hat die westliche Weltanschauung sehr gut zusammengefasst!


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